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Aber ich habe die Gegenwart Jesu erlebt…

Häufig hört man von religiösen Menschen, dass sie zum Glauben gefunden haben, als sie Jesus in ihrem Leben erlebt haben. Oder sie haben Jesus ganz nah gespürt, als sie bereits gläubig waren. Was ist von diesem Argument der persönlichen Gotteserfahrung zu halten?

Gar nichts! Es zeigt vielmehr die immense Macht unseres Gehirns zur Interpretation und Halluzination.

Es ist nämlich eine Tatsache, dass diese Menschen

  • Shiva ganz nah bei sich gespürt hätten, wenn sie im Kulturraum des Hinduismus leben würden,
  • Zeus’ Gegenwart erlebt hätten, wenn sie im alten Griechenland gelebt hätten,
  •  Mohammed auf seinem geflügelten Pferd gen Himmel gesehen hätten, würden sie im islamischen Kulturraum leben oder
  • die allgegenwärtige Macht Thors gespürt, würde man sie im Skandinavien der Wikingerzeit befragen.

Die Gotteserfahrung der einzelnen Menschen ist durchweg stark geprägt von der eigenen religiösen Kultur oder dem religiösen Wissensstand der Person. Und dabei geht es nicht um verschiedene Ausprägungen einer “allumfassenden” Gottheit, sondern meist um spezifische, mit unterschiedlichen Details ausgestattete Götter, was stark gegen die Authentizität dieser Erfahrungen spricht.

Wissenschaft und Religion - zwei verschiedene Gebiete?

Religiöse Menschen behaupten oft, Wissenschaft und Religion beschreiben zwei völlig verschiedene Gebiete und haben miteinander überhaupt nichts zu tun. Es gebe eine wissenschaftliche Wahrheit und eine spirituelle Wahrheit. Wissenschaft und Religion stünden deshalb nicht in Konflikt miteinander.

Ist das wirklich so?

Auf den ersten Blick mag das sogar stimmen. Wenn man jedoch näher hinsieht, macht die Religion viele Aussagen, auf die es eine eindeutige Antwort geben muss (und von der die Religion behauptet, diese zu kennen). Von daher handelt es sich natürlich um wissenschaftliche Behauptungen. Beispiele:

- Entweder Jesus war Gottes Sohn oder nicht. Hier kann es nur eine mögliche Antwort geben. Der Versuch, sich um diese Tatsache herumzudrücken, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt oder nicht.

- Entweder Jesus wurde von einer Jungfrau geboren oder nicht. Wenn dem so ist, ist das ein biologisches Wunder und fällt somit ins Fachgebiet Biologie.

- Entweder Jesus und seine Jünger konnten kranke oder gar Tote heilen oder nicht. War dies der Fall, ist dafür eindeutig die Medizin zuständig. Die Aussage, irgendjemand habe Tote wieder auferstehen lassen, ist somit klar eine wissenschaftliche Aussage.

- Entweder die Erde ist Milliarden von Jahren alt oder erst 6.000. Gut, in Europa ist die zweite Behauptung wohl nicht so weit verbreitet, aber doch auf dem Vormarsch. In den USA glaubt jeder zweite Bürger an diese absurde These. Die Erde entstand demnach ca 7.000 Jahre nach dem Einzug des Ackerbaus im östlichen Mittelmeerraum. Religion und Geologie, Geschichte und Evolutionswissenschaft stehen hier in einem klaren Widerspruch.

Es gibt viele solche Beispiele, die zeigen, dass Religion und Wissenschaft miteinander unvereinbar sind. Natürlich kann man die Religion als moralische Instanz auffassen und ihren sonstigen Inhalten jegliche Authentizität absprechen. Damit degradiert man die Religion aber zu einer bloßen Philosophie, was ihren Heilsanspruch zerstören würde. Darüber hinaus stünde ein solches Verständnis der Religion im krassen Gegensatz zum tatsächlichen Glauben vieler Milliarden von Menschen. So einfach darf man es sich also wohl nicht machen…

Wer war Jesus wirklich?

Gab es Jesus wirklich? Was ist dran an seinen Wundern? Wurde er wirklich von einer Jungfrau geboren? Erstand er wirklich von den Toten auf? Die Reportage “Jesus historisch untersucht” auf 3sat hat diese und andere Fragen beleuchtet. Ergebnis: Wenn es Jesus wirklich gab, war keines seiner angeblichen Wunder einmalig, sondern geläufige Motive der damaligen Zeit. Es bestehen sogar noch engere Anküpfungspunkte zu anderen Religionen…

Die weiteren Teile gibts bei Youtube.