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Die Pascalsche Wette….

Es ist vernünftiger, an Gott zu glauben, als nicht an ihn zu glauben. Denn wenn man an ihn glaubt, und es gibt ihn nicht, hat man nichts verloren. Gibt es ihn, hat man ein Leben in ewiger Glückseeligkeit gewonnen.

Glaubt man aber nicht an ihn, obwohl es ihn gibt, hat man es sich für alle Zeiten verscherzt und wird auf ewig im Höllenfeuer schmoren.

Frei formuliert ist dies die These, die der Philosoph Blaise Pascal zugunsten des Gottesglaubens aufgestellt hat. Klingt eigentlich ganz logisch, oder?

Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Denn die These geht davon aus, dass Gott blinden Glauben schätzt. Was aber ist,

  • wenn Gott  ein Wissenschaftler ist, der rationales Denken und natürliche Erklärungen höher bewertet als blinden Glauben? Wie könnte der Schöpfer des Universums mit all seinen Naturgesetzen, Feinheiten und Beständigkeiten KEIN Wissenschaftler sein?
  • wenn Gott es gar nicht so toll findet, dass jemand aus Angst an ihn glaubt? Die ganze Wette basiert auf der Angst vor ewiger Verdammnis und somit auf reiner Berechnung. Echter Glaube ist das nicht. Und ein Gott, dem kindlicher Glaube so wichtig ist, wird sich damit mit Sicherheit nicht zufrieden geben.
  •  wenn der Gott im Himmel gar nicht der christliche Gott ist? Wenn es sich nun in Wirklichkeit um Zeus, Wotan oder Allah handelt? Oder schlimmer noch: Was, wenn es nun einer der Konkurrenten Gottes aus dem alten Testament ist, ebenso eifer- und rachsüchtig wie JHWE? Was, wenn der wirkliche Gott Bahl ist?

Alles in allem lässt sich festhalten, dass Pascals Wette zwar ein gut gemeinter Versuch der Untermauerung des Gottesglaubens ist, einer näheren Untersuchung aber nicht stand hält. Wie auch immer ein eventueller Gott aussehen könnte, viel wahrscheinlicher ist, dass er Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit höher schätzt, als einen geheuchelten und berechnenden “Glauben”  .

Aber ich habe die Gegenwart Jesu erlebt…

Häufig hört man von religiösen Menschen, dass sie zum Glauben gefunden haben, als sie Jesus in ihrem Leben erlebt haben. Oder sie haben Jesus ganz nah gespürt, als sie bereits gläubig waren. Was ist von diesem Argument der persönlichen Gotteserfahrung zu halten?

Gar nichts! Es zeigt vielmehr die immense Macht unseres Gehirns zur Interpretation und Halluzination.

Es ist nämlich eine Tatsache, dass diese Menschen

  • Shiva ganz nah bei sich gespürt hätten, wenn sie im Kulturraum des Hinduismus leben würden,
  • Zeus’ Gegenwart erlebt hätten, wenn sie im alten Griechenland gelebt hätten,
  •  Mohammed auf seinem geflügelten Pferd gen Himmel gesehen hätten, würden sie im islamischen Kulturraum leben oder
  • die allgegenwärtige Macht Thors gespürt, würde man sie im Skandinavien der Wikingerzeit befragen.

Die Gotteserfahrung der einzelnen Menschen ist durchweg stark geprägt von der eigenen religiösen Kultur oder dem religiösen Wissensstand der Person. Und dabei geht es nicht um verschiedene Ausprägungen einer “allumfassenden” Gottheit, sondern meist um spezifische, mit unterschiedlichen Details ausgestattete Götter, was stark gegen die Authentizität dieser Erfahrungen spricht.