Die Pascalsche Wette….

Es ist vernünftiger, an Gott zu glauben, als nicht an ihn zu glauben. Denn wenn man an ihn glaubt, und es gibt ihn nicht, hat man nichts verloren. Gibt es ihn, hat man ein Leben in ewiger Glückseeligkeit gewonnen.

Glaubt man aber nicht an ihn, obwohl es ihn gibt, hat man es sich für alle Zeiten verscherzt und wird auf ewig im Höllenfeuer schmoren.

Frei formuliert ist dies die These, die der Philosoph Blaise Pascal zugunsten des Gottesglaubens aufgestellt hat. Klingt eigentlich ganz logisch, oder?

Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Denn die These geht davon aus, dass Gott blinden Glauben schätzt. Was aber ist,

  • wenn Gott  ein Wissenschaftler ist, der rationales Denken und natürliche Erklärungen höher bewertet als blinden Glauben? Wie könnte der Schöpfer des Universums mit all seinen Naturgesetzen, Feinheiten und Beständigkeiten KEIN Wissenschaftler sein?
  • wenn Gott es gar nicht so toll findet, dass jemand aus Angst an ihn glaubt? Die ganze Wette basiert auf der Angst vor ewiger Verdammnis und somit auf reiner Berechnung. Echter Glaube ist das nicht. Und ein Gott, dem kindlicher Glaube so wichtig ist, wird sich damit mit Sicherheit nicht zufrieden geben.
  •  wenn der Gott im Himmel gar nicht der christliche Gott ist? Wenn es sich nun in Wirklichkeit um Zeus, Wotan oder Allah handelt? Oder schlimmer noch: Was, wenn es nun einer der Konkurrenten Gottes aus dem alten Testament ist, ebenso eifer- und rachsüchtig wie JHWE? Was, wenn der wirkliche Gott Bahl ist?

Alles in allem lässt sich festhalten, dass Pascals Wette zwar ein gut gemeinter Versuch der Untermauerung des Gottesglaubens ist, einer näheren Untersuchung aber nicht stand hält. Wie auch immer ein eventueller Gott aussehen könnte, viel wahrscheinlicher ist, dass er Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit höher schätzt, als einen geheuchelten und berechnenden “Glauben”  .


 
 
 

5 Kommentare zu “Die Pascalsche Wette….”

  1. nousi
    25. August 2008 um 15:08

    hey…
    also ich weiß nicht, ob ich hier jetzt einfach was schreiben darf, aber ihr habt hier so viel stehen, was ich gern beantworten würde…
    also was ich hier jetzt nur einfügen möchte, ist, dass die menschen, die wirklich an Gott glauben und daran, dass es eine Hölle gibt, nicht anders können als ihm zu folgen aus Liebe…….
    wenn man glaubt, dass es eine Hölle gibt, muss man auch glauben, dass es Gott und einen Himmel gibt, und wenn man daran glaubt, wer will denn dann nicht in den Himmel???
    Und wenn man dahin will, muss man sich näher informieren und nimmt Gott als “Herr” im Leben an…und das tut man, weil man normalerweise jedenfalls auch glaubt, dass er seinen sohn für uns gekreuzigt hat und uns liebt….
    ich kenne keinen Christen (ich meine jetzt überzeugte Christen, nicht einfach als katholisch oder evangelisch getaufte menschen) der aus Angst vor der Hölle Christ geworden ist… das wäre ja auch gar nicht logisch…
    abgesehen davon, gibt es tatsälich keine Nachteile im Leben eines Christen, außer, dass man viele Dinge, die andere tun vll. nicht mehr tun sollte (Gott verbietet sie nicht, er lässt uns freien Willen) und auch nicht tun will, wenn man es wirklich ernst mit Gott meint

    also ich könnte noch viel mehr hier schreiben, aber ich denke das reicht fürs erste =)

    lg nousi

  2. 8samkeit
    14. Oktober 2009 um 17:24

    Genau lieber auf nummer sicher gehen!
    ( lol )
    Vielleicht sollte ich mich aber auch sicherheitshalber in
    die Luft jagen falls doch 70 Jungfrauen auf mich warten. ;)

  3. admin
    9. Januar 2010 um 20:36

    Nousi, danke für deinen Kommentar. Natürlich darfst du hier schreiben. :-)

    Ich gehe auch mal auf deine Aussagen ein, wenns recht ist :-)

    Ich stimme dir zu, wenn es eine Hölle gibt, dann ist es wahrscheinlich, dass es auch einen Himmel gibt. Aber erstens ist es alles andere als wahrscheinlich, dass es eine Hölle gibt, und zweitens würde die bloße Existenz einer Hölle noch überhaupt nichts aussagen darüber, wie man denn nun in den Himmel kommt. Welcher Religion soll man jetzt folgen? Welcher Gott wohnt in diesem Himmel?

    Bitte vergiss nicht, dass die Mehrheit der Menschen auf der Welt keine Christen sind. Und mehrere Milliarden Menschen auf der Erde haben eben nicht Jesus als ihren Herrn angenommen, sondern Mohammed, Krishna, Brahma oder andere Gottheiten. Was sagst du zu denen?

    Was du beschreibst, ist kein freier Wille. Wir dürfen zwar tun und lassen, was wir wollen. Wenn wir aber etwas tun, was Gott nicht gefällt, müssen wir ewig dafür büßen… Das ist so, als wenn dir jemand eine Pistole an den Kopf hält und sagt “Gib mir dein Geld oder ich blas dir die Rübe weg”. Natürlich hast du den freien Willen, zu tun und zu lassen was du willst, aber würdest du das wirklich freien Willen nennen?

  4. Theo
    10. Juni 2010 um 09:14

    Hallo admin,
    deine Aussage:
    “Welcher Religion soll man denn folgen?”
    würde ich so beantworten.
    Indem man sich informiert und ggf. einliest.
    Krishna, Brahma und alle anderen Gottheiten existieren nicht, weil vom Menschen gemacht.
    Mohammed war ein Sünder und mordete.
    Jesus als Gott ist o h n e Sünde, ganz rein.
    Bei den Moslems gibt es keine Religionsfreiheit,
    aber bei den Christen.
    Was gibt es schöneres, als Jesus in freier Entscheidung und Liebe zu folgen?
    Deine Aussage “Es ist so, als wenn dir jemand eine Pistole …” sehe ich nicht so.
    Denn das was Jesus uns als Wegweisung gelehrt hat, ist Nächstenliebe, Liebe zu Gott, Barmherzigkeit, Verzeihen…
    Was soll daran falsch sein?
    Folgt man Jesus und man tut etwas, was Gott nicht gefällt - also sündigt - trägt man dafür die Konsequenzen.
    Dann ist man sich der Sünde in aller Regel bewußt, und wenn es ihm/ihr leid tut und es bereut, gibt es die Möglichkeit der Lossprechung in der Beichte bei einem Priester.
    Jeder Mensch trägt Konsequenzen, wenn er sich nicht an Regeln oder Verbote hält.

  5. jurdos
    5. Juli 2010 um 23:56

    Jo genau, man kann ja immer beichten gehen… Morden, Kinder missbrauchen, Frauen vergewaltigen - kein Problem. Das war bestimmt der böse Satan. Der brachte mich vom rechte Weg ab.
    Nicht auszumalen was wäre, wenn wir Gott und seinen Sohn Jesus nicht hätten. Boah… Wer sollte uns sagen was Gut und was Böse ist?

    Zitat Volker Pispers:
    “Für mich sind solche Leute, die an sowas glauben, einfach zu faul um selbst zu denken.”

    @admin
    danke für diese tolle Seite.

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