Wissenschaft und Religion - zwei verschiedene Gebiete?
Religiöse Menschen behaupten oft, Wissenschaft und Religion beschreiben zwei völlig verschiedene Gebiete und haben miteinander überhaupt nichts zu tun. Es gebe eine wissenschaftliche Wahrheit und eine spirituelle Wahrheit. Wissenschaft und Religion stünden deshalb nicht in Konflikt miteinander.
Ist das wirklich so?
Auf den ersten Blick mag das sogar stimmen. Wenn man jedoch näher hinsieht, macht die Religion viele Aussagen, auf die es eine eindeutige Antwort geben muss (und von der die Religion behauptet, diese zu kennen). Von daher handelt es sich natürlich um wissenschaftliche Behauptungen. Beispiele:
- Entweder Jesus war Gottes Sohn oder nicht. Hier kann es nur eine mögliche Antwort geben. Der Versuch, sich um diese Tatsache herumzudrücken, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt oder nicht.
- Entweder Jesus wurde von einer Jungfrau geboren oder nicht. Wenn dem so ist, ist das ein biologisches Wunder und fällt somit ins Fachgebiet Biologie.
- Entweder Jesus und seine Jünger konnten kranke oder gar Tote heilen oder nicht. War dies der Fall, ist dafür eindeutig die Medizin zuständig. Die Aussage, irgendjemand habe Tote wieder auferstehen lassen, ist somit klar eine wissenschaftliche Aussage.
- Entweder die Erde ist Milliarden von Jahren alt oder erst 6.000. Gut, in Europa ist die zweite Behauptung wohl nicht so weit verbreitet, aber doch auf dem Vormarsch. In den USA glaubt jeder zweite Bürger an diese absurde These. Die Erde entstand demnach ca 7.000 Jahre nach dem Einzug des Ackerbaus im östlichen Mittelmeerraum. Religion und Geologie, Geschichte und Evolutionswissenschaft stehen hier in einem klaren Widerspruch.
Es gibt viele solche Beispiele, die zeigen, dass Religion und Wissenschaft miteinander unvereinbar sind. Natürlich kann man die Religion als moralische Instanz auffassen und ihren sonstigen Inhalten jegliche Authentizität absprechen. Damit degradiert man die Religion aber zu einer bloßen Philosophie, was ihren Heilsanspruch zerstören würde. Darüber hinaus stünde ein solches Verständnis der Religion im krassen Gegensatz zum tatsächlichen Glauben vieler Milliarden von Menschen. So einfach darf man es sich also wohl nicht machen…


3. Mai 2009 um 16:54
Hier folgt nun meine Deutung der Bibel. Ich bin weder von einer Kirche, noch von einer christlichen Splittergruppe; diese Ansichten sind mir trotz ihrer Unüblichkeit nicht trotz sondern wegen des wörtlichen Lesens der Bibel gekommen und ich teile sie bis jetzt ein paar engen Freunden und Verwandten sowie in Foren mit.
- Entweder Jesus war Gottes Sohn oder nicht. Hier kann es nur eine mögliche Antwort geben. Der Versuch, sich um diese Tatsache herumzudrücken, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt oder nicht.
In der Bibel wird ganz klar gesagt, dass wir Alle Gottes Kinder sind. Bei der Taufe können wir den Heiligen Geist empfangen und wie Jesus werden; allerdings gibt es viele Menschen, deren Taufe noch nicht wirklich vollzogen ist, weil sie geistig noch nicht wie Jesus sind.
- Entweder Jesus wurde von einer Jungfrau geboren oder nicht. Wenn dem so ist, ist das ein biologisches Wunder und fällt somit ins Fachgebiet Biologie.
Dies wird gerne von der Kirche angenommen, beruht jedoch auf einer Fehlübersetzung. Wenn Jesus kein besonderer “Sohn Gottes” ist, gibt es auch trotz seiner Weisheit keinen Grund, dass er auf unübliche Weise geboren worden sein soll. Ein “Kind Gottes” ist jedes Lebewesen; dafür muss es nicht speziell gezeugt worden sein. Jesus ist ein uneheliches Kind; der Engel erinnert Josef daran, dass auch solche Kinder Kinder Gottes sind und dass Josef, wenn er versprochen hat Maria zu heiraten, damit nicht brechen darf, denn dies wäre wie eine Scheidung (und somit von Gott verboten, wie Jesus später bekräftigt) und zudem ist dem Kind etwas wichtiges vorbestimmt und Josef soll ihm aufwachsen helfen. Wenn man das alte Testament liest (und dies wird im neuen nicht klar genug ausgedrückt, um eine Änderung zu rechtfertigen), fällt einem auf, dass die Definition von Ehebruch eine andere war als die heute: eine unverheiratete Frau gehörte demnach ihrem Vater, eine verheiratete ihrem Manne, und dieser musste mit ihren sexuellen Aktivitäten einverstanden sein; es war aber möglich für einen Mann, seine Frauen und Töchter anzubieten (auch wenn dies aus kulturellen Gründen nicht üblich war). Wenn Josef also die uneheliche Zeugung durch seine Frau akzeptiert, ist es gar kein Ehebruch und weder er noch sie haben gesündigt; und da er ja Maria gar nicht wirklich zurückweisen wollte und dies nur aus kulturellen Gründen tun wollte, war es gar kein echter Ehebruch und er hatte kein Recht, sich von ihr scheiden zu lassen.
- Entweder Jesus und seine Jünger konnten kranke oder gar Tote heilen oder nicht. War dies der Fall, ist dafür eindeutig die Medizin zuständig. Die Aussage, irgendjemand habe Tote wieder auferstehen lassen, ist somit klar eine wissenschaftliche Aussage.
Die Verbindung zwischen Seele und Gehirn ist genauso tief wie die zwischen Gehirn und Körper. Wer seine Seele der Sünde übergibt, zieht Krankheit an; wer Gott kennen lernt, kann dadurch auch geistig gesunden, so lange Gott nicht einen guten Grund dafür hat, dass man krank ist- am Ende liegt es in Gottes Hand und das vergessen leider viele “Betenden”. Wer versucht, Gott seinen Willen aufzuzwingen, macht sich der Hexerei schuldig.
- Entweder die Erde ist Milliarden von Jahren alt oder erst 6.000. Gut, in Europa ist die zweite Behauptung wohl nicht so weit verbreitet, aber doch auf dem Vormarsch. In den USA glaubt jeder zweite Bürger an diese absurde These. Die Erde entstand demnach ca 7.000 Jahre nach dem Einzug des Ackerbaus im östlichen Mittelmeerraum. Religion und Geologie, Geschichte und Evolutionswissenschaft stehen hier in einem klaren Widerspruch.
Aber ein Tag für Gott kann mehrere Jahrtausende für uns bedeuten!
Zudem ist die Schöpfungsgeschichte ebenso wenig wörtlich zu nehmen wie Jesus Vergleiche; Moses, der Autor, war kein Zeitzeuge davon und wie die Erde nun geschaffen wurde oder dass es in der Zeit des Paradieses wohl ein sich vermehrendes (allerdings noch nicht unter Schmerzen gebärendes) Volk von Menschen hab und nicht nur zwei, und diese nur symbolisch sind für den Fall der Menschheit, ist demnach wahrscheinlich. Anders sieht es nur aus bei den konkreten Zeitzeugenberichten, aus denen die Bibel größtenteils besteht; diese sind deswegen nicht gleich mitanzuzweifeln, man muss doch nicht gleich das Kind mit aus dem Bade schütten. Ich bin überzeugt, dass die 7 Tage der Schöpfungsgeschichte eine Art Stammbaum der Erde darstellen und dass das paradiesische Zeitalter Millionen von Jahren dauerte. Weiterhin glaube ich daran, dass man das Paradies nicht durch vergeistigtes, weltabgewandtes Verhalten erreicht sondern dadurch, dass man lebt wie im Paradies (man muss deswegen nicht leben, wie die Jäger und Sammler; ich versuche, den geistigen Zustand der Menschen im Paradies nachzuahmen) und dass das Königreich Gottes auf Erden sein wird, nicht im Himmel, und es dort wieder sein wird wie im Paradies. Was passiert, wenn nach Jahren des Königreichs Gottes auf Erden irgendwann die Erde verglüht, weiß ich nicht; wohlmöglich ist unsere Erde weder der erste, noch der letzte Planet, den Gott geschaffen hat (aber dies ist für unser Leben irrelevant). Ich glaube weiterhin, dass mit der körperlichen Auferstehung in Gottes Königreich auf Erden die Reinkarnation gemeint ist; dass schon die Menschen des Paradieses reinkarniert wurden, aber halt immer im Paradies, dass die Menschen seit dem Fall in der gefallenen Welt reinkarniert werden und dass die Menschen, wenn das Königreich errichtet wird, in diesem Königreich inkarniert werden.
10. Juni 2010 um 18:23
- “Entweder Jesus wurde von einer Jungfrau geboren oder nicht. Wenn dem so ist, ist das ein biologisches Wunder und fällt somit ins Fachgebiet Biologie.”
Jesus wurde von der reinen und sündenfreien Jungfrau Maria durch den Heiligen Geist gezeugt, bzw. in den Schoß gelegt.
Zellen, Enzyme und was sonst noch alles zur Entstehung und Entwicklung im Körper umherirrt dienen und führen nur Aufträge aus.
Aber zum Leben kommt der Mensch erst, durch Seele und Geist.
Der Mensch ist nicht das Maß und nicht der Mittelpunkt aller Dinge.